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Hinweise zur Präanalytik

Von unserem Labor werden (PCR, Sequenzierung, Gendosisanalyse) und molekularzytogenetische (Array-CGH) Verfahren angeboten, die auf der Amplifikation bzw. Hybridisierung von DNA basieren und bei uns im Hause durchgeführt werden. Zytogenetische Leistungen wie Chromosomenanalysen und FISH werden von uns als Unterauftrag angeboten und an das qualifizierte Partnerlabor weitergeleitet. Die Validität von Laborbefunden wird entscheidend durch die Kriterien der Präanalytik mitbestimmt. Wir bitten Sie, uns nur Proben der im Folgenden aufgelisteten Art zuzusenden, bei deren Entnahme auf die jeweils angegebenen Hinweise zu achten ist. Proben, die den aufgeführten Kriterien nicht entsprechen, gewährleisten keine validen Untersuchungsergebnisse und können daher von uns nicht angenommen werden.

1.1    Proben für Molekulargenetik und Array-CGH
1.1.1    Blut
Da Heparin sich bei der DNA-Extraktion an die DNA anlagern kann und dann nachfolgende PCR-Reaktionen stört, ist die Abnahme von Blut in EDTA-Röhrchen notwendig. Die Annahme von Lithium-Heparin-Blut für Sequenz- und Gendosisanalysen wird in der Regel abgelehnt. Ausnahme: Mutationsausschluss und Analyse kleiner Gene bis maximal 5 Exons.

1.1.2    DNA
1.1.2.1 für die Molekulargenetik
Die zur Diagnostik eingesetzten Amplifikationsverfahren sind sehr robust. Daher beruhen die Anforderungen an die Präanalytik hier mehr auf genügend Quantität als auf der Qualität des eingesandten DNA-Materials. Selbst mit DNA, die bereits zu degradieren beginnt, können in der Regel noch valide Ergebnisse erhalten werden. Sollte die DNA von so schlechter Qualität sein, dass keine oder keine qualitativ hochwertigen PCR-Amplifikate zur Analyse erzeugt werden können bzw. das Material nicht zur vollständigen Analyse aller Exons ausreichen, wird neue DNA oder bevorzugt EDTA-Blut angefordert.

1.1.2.2 für Array-CGH-Untersuchungen („molekulare Karyotypisierung“)
Für gute Array-CGH-Ergebnisse ist qualitativ hochwertige DNA notwendig. DNA, die gute Ergebnisse bei PCR und Sequenzierung zeigt, kann für die Array-CGH trotzdem ungeeignet sein. So wird prinzipiell vor Beginn einer Array-CGH-Untersuchung die einzusetztende DNA auf einem Agarosegel auf ihre Integrität überprüft. Zeigt sich hier eine (beginnende) Degradation, wird neues Material angefordert. Wir bevorzugen daher für die Array-CGH EDTA-Blutproben.
 
1.1.3    Mundschleimhautzellen
Mundschleimhautabstriche eignen sich in der Regel nur die Untersuchung von Genen mit bis zu 3 kleinen Exons sowie für Vaterschaftsanalysen, Untersuchungen auf maternale DNA-Kontamination und Zwillingsuntersuchungen. Auch zur Untersuchungen auf in der Familie bekannte Mutationen sind solche Proben geeignet.

Bei der Probenentnahme sind bestimmte Regeln zu beachten (gelten insbesondere für die von uns verwendeten "Whatman-Omniswabs":

•    Die Person, von der die Mundschleimhautprobe entnommen wird, sollte mindestens 30 min. vor der Entnahme nichts gegessen oder getrunken haben. Andernfalls sollte die Person vor der Entnahme den Mund kräftig mit Wasser ausspülen.
•    Die Person, die die Probe entnimmt, sollte das Entnahmebürstchen nicht berühren.
•    Hierzu den Abstrichstab bei der Entnahme aus der Packung am Greifende (ohne Filterpapier) anfassen und einen direkten Kontakt mit dem gezackten Filterpapier am anderen Ende des Stäbchens vermeiden.
•    Mit dem gezackten Filterpapier 10 Mal kräftig an der Innenseite der Wange entlangreiben. Je intensiver dieser Vorgang durchgeführt wird, desto mehr Zellmaterial befindet sich anschließend auf dem Filterpapier (wichtig für eine erfolgreiche Testdurchführung).
•    Bürstchen von dem Entnahmestab in ein Probenröhrchen abwerfen (mit dem inneren Plastikhalm aus dem vorderen Ende des Trägerröhrchens herausdrücken). Gefäß verschließen und mit dem Namen des Probengebers beschriften.
•    Nach Möglichkeit noch eine zweite Probe von der zweiten Wange sammeln, in ein weiteres Probenröhrchen geben und beschriften.

1.1.4    Chorionzotten (Bei allen pränatalen Untersuchungen bitten wir um möglichst frühzeitige telefonische Ankündigung).
Zur pränatalen Diagnostik werden präparierte native Chorionzotten (nach Chorionic Villi Sampling, CVS; Entnahme durch Frauenärzte ab der 12.-14. Schwangerschaftswoche), kultivierte Zellen nach CVS oder bereits präparierte DNA aus Zotten oder kultivierten Zellen angenommen. Eine Kontrolle der Chorionzotten auf maternales Gewebe erfolgt durch uns nicht, die Verantwortung hierfür liegt beim Einsender. Kultivierte CVS-Zellen müssen vor der DNA-Extraktion abtrypsiniert werden. Dies erfolgt in unserem zytogenetischen Partnerlabor. An dem eingesandten Material wird in der Regel eine vorgeburtliche Untersuchung auf eine in der Familie bereits bekannte Mutation durchgeführt. Die Analyse eines ganzen Gens ist in Ausnahmefällen nur dann möglich, wenn die Größe des Gens eine rechtzeitige Befunderstellung möglich macht. Bei Unklarheiten bitten wir um frühzeitige telefonische Rücksprache.
 
1.1.5    Amnionzellen (Bei allen pränatalen Untersuchungen bitten wir um möglichst frühzeitige telefonische Ankündigung).
Zur pränatalen Diagnostik werden native Amnionzellen (nach Amniozentese; Entnahme durch Frauenärzte ab der 14.-15. Schwangerschaftswoche), kultivierte Zellen nach Amniozentese oder bereits präparierte DNA aus nativen oder kultivierten Zellen angenommen. Kultivierte Zellen müssen vor der DNA-Extraktion abtrypsiniert werden. Dies erfolgt iin unserem zytogenetischen Partnerlabor. An dem eingesandten Material wird in der Regel eine vorgeburtliche Untersuchung auf bereits in der Familie bekannte Mutationen durchgeführt. Die Analyse eines ganzen Gens ist in Ausnahmefällen nur dann möglich, wenn die Größe des Gens eine rechtzeitige Befunderstellung möglich macht. Bei Unklarheiten bitten wir um frühzeitige telefonische Rücksprache.

1.1.6    Tumor- und andere Gewebe
Zur Untersuchung von Tumoren auf somatische oder ererbte Mutationen nehmen wir entparaffinierte Schnitte aus Formalin-fixiertem Gewebe und Tumorgewebe in physiologischer Kochsalzlösung, Aqua dest. oder PBS an. Wir bevorzugen hierbei die Einsendung von Formalin-fixiertem Tumorgewebe im Paraffinblock. In diesem Fall leiten wir die Blöckchen zur Entparaffinierung weiter an unsere Kooperationspartner für Pathologie. Wir erhalten von dort entparaffinierte Gewebeschnitte in 50 µm Dicke zur DNA-Präparation. Die daraus gewonnene DNA wird in der Regel zur Suche nach bekannten Mutationen oder zur Analyse verschiedener Gene eingesetzt. Dabei gelingt die Untersuchung kleinerer DNA-Fragmente von bis zu 300 Basenpaaren ohne Probleme, Fragmente über 1000 Basenpaare lassen sich aus dieser DNA oft nicht PCR-amplifizieren. Array-CGH-Untersuchungen sind aus dieser DNA nur nach Whole-Genome-Amplification möglich.

1.2    Chromosomenanalysen
Postnatal sind diese in aller Regel nur aus Lithium-Heparin-Blut möglich (bitte 5 ml einsenden, wenn möglich).
Pränatal ist natives Fruchtwasser bzw. native CVS erforderlich. Entsprechende Proben leiten wir an das zytogenetische Partnerlabor weiter.


 

Praxis für Humangenetik Freiburg - Prof. Kohlhase
jkohlhase@humangenetik-freiburg.de

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